KLAVIERSPIELKUNST
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“Man müsste Klavier spielen können ...”,

heißt es in dem von Friedrich Schröder komponierten und von Johannes Heesters gesungenen Lied aus dem gleichnamigen Film. Und die Kunst des Klavierspielens hat bis heute nichts von ihrer Faszination verloren.

Klavierunterricht wird in vielfältiger Form und mit unterschiedlichsten Schwerpunkten in Bezug auf Repertoire und Technik angeboten. Auf einem Klavier zu spielen könnten Sie fast überall lernen, die Klavierspielkunst zu beherrschen aber bedeutet mehr.

Wir leben im Zeitalter programmgesteuerter Rhythmusgeräte und elektronischer Klang- ”optimierung”, in dem beinahe jeder, der auf einem E-Piano oder Keyboard ein paar Akkorde anschlagen kann, von sich behaupten zu dürfen glaubt, “Klavier spielen” zu können.

Künstlerisches Klavierspiel aber, das es ermöglicht, entweder als Meister des Instrumentes die großen Werke eines Bach, Mozart, Schubert, Chopin usw. zu beherrschen oder doch als Laie deren kleinere Stücke mit Verstand und Geschmack klangschön vorzutragen, das ist etwas völlig Anderes, eben Klavierspielkunst!

Zur Kunst wird Klavierspielen erst, wenn man den Begriff der Klavier”technik” richtig versteht Die “sportliche” Ausbildung flinker Finger bildet dabei keineswegs die Hauptsache. Vielmehr geht es um die Entdeckung der Möglichkeiten des eigenen Körpers (von dem die Finger nur die Endglieder bilden!) und die Erforschung der unendlichen klanglichen Möglichkeiten des Instruments.


All diese Facetten der Klavierspielkunst spielen in meinem Unterricht eine Rolle - und zwar ungeachtet des quantitativen Niveaus, auf dem sich das Ganze abspielt: auch eine unbegleitete Melodie von fünf Tönen kann entweder geistlos heruntergespielt oder aber sinnerfüllt und beseelt musiziert werden. Genau an diesem Punkte aber unterscheiden sich “Klavier-Klimpern” und Klavierspielkunst.