Stand: 12.08.2010

Jürgen Plich - Konzertpianist

Kennen Sie das?

Ein Pianist kommt wortlos auf die Bühne, setzt sich hin und spielt. Ernst und starr sitzt das Publikum und hofft, das Ende des Stückes zu erkennen, um an der richtigen Stelle zu applaudieren. Wer das Stück nicht versteht, kann immerhin die Brillianz des Virtuosen bewundern. Dessen Stimme hört man erst am Schluss, wenn er leise vor sich hin nuschelnd eine Zugabe ansagt ...

Nicht so bei Jürgen Plich.

Er ist der Pianist, der etwas zu erzählen hat:

über die Musik, die er spielt, über die Komponisten als Menschen und als Meister. Oder er wählt Erzählungen bedeutender Dichter aus und bettet die Musik in sie ein. Das kann Mörikes “Mozart auf der Reise nach Prag” sein oder auch weniger Bekanntes. Seine Konzerte sind also eine ganz persönliche Mischung aus Vortrag, Lesung - manchmal sogar einem Hauch von Kabarett - und der Musik, die er spielt.

Jürgen Plich tritt seinem Publikum als Mensch gegenüber, der seine Begeisterung für die lebendige Musik der vergangenen vier Jahrhunderte mit seinen Zuhörern teilen will. “Musik ist eine Sprache, und eine Sprache muss man lernen”, sagte Nikolaus Harnoncourt einmal. Erstaunlich nur, dass Jürgen Plich sogar komplizierte Fugen oder lange Sonaten so plastisch, spannend und humorvoll erklären kann, dass man nicht selten schmunzeln, wenn nicht gar herzlich lachen  muss.

Sein Spiel ist entsprechend: gradlinig, ungeschönt, klar, die´Linien der musikalischen Erzählung erkennbar machend, lebendig, das Risiko nicht scheuend.

Kein Wunder, dass komponierte Dichtung für Jürgen Plich einen besonderen Stellenwert hat und er sich der Gattung Lied mit besonderer Leidenschaft widmet. Denn in den Liedern eines Schubert, Schumann, Brahms, Wolf wird erzählt, erzählt, erzählt ....

 

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